In der Ukraine herrscht Krieg.
Der russische Imperialismus nutzt den Imperialismus der NATO als Vorwand, einen Angriffskrieg vom Zaun zu brechen und auf krude, aber immerhin sehr phantasievolle, Art zu rechtfertigen.
Am Ende werden Menschen wie Du und Ich auf den Schlachtfeldern verrotten. Weder die Entscheider*innen im Westen noch jene im Osten. Die Dichotomie von Diktatur und Demokratie ist ein Schauspiel zu Gunsten eines menschenfressenden Gesellschaftssystems, welches in die letzten Winkel der Welt gekrochen ist und nun den Rahmen zu sprengen droht. Falls das wen interessiert, zu diesem Mechanismus wurden schlaue Texte geschrieben. Zum Beispiel von Rosa Luxemburg: “Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus”.
Wie dem auch sei. In diesem Krieg gibt es keine “richtige Seite” außer die der Menschen, die unter ihm leiden. Und vielleicht könnte das sogar ein nationalistisch verblendeter, 21 jähriger, russischer Offizier sein. Kennt ihr die Geschichte von einem Zug der 74. motorisierten Brigade der russischen Streitkräfte, welcher sich ergeben hat, als sie feststellen mussten, wirklich unterwegs zu sein, um Menschen abzuknallen? Vielleicht ist da ja was dran. Wer weiß. Schön wär’s.
Jedenfalls gibt es da draußen Leute, die Widerstand leisten. In Russland trauen sich Menschen auf die Straßen um zu protestieren. Es sind nicht viele, die der Angst vor Repression trotzen, aber immerhin. Sie folgen dem Ausspruch vom Genossen Lorenzo Orsetti, der am 18. März 2019 im Kampf gegen den IS gefallen ist: “Every storm starts with a single drop. Try to be that drop.” In der Ukraine gibt es Menschen, die versuchen humanitäre Hilfe zu organisieren. Einige Anarchist*innen haben sich zusammengeschlossen und die “Operation Solidarity” ins Leben gerufen. Andere haben sich entschlossen, zum Gewehr zu greifen.
Alle heutigen Einnahmen, die über’s gewöhnliche Tresengeschäft hinausgehen, werden der Operation Solidarity zu Gute kommen.
Es gab Überlegungen, den Laden heute zuzulassen, aber wer will schon allein mit den düsteren Gedanken und Gefühlen zu Hause sitzen? Vielleicht gibt’s ein paar kluge Gedanken, was in dieser Zeit zu tun ist, wenn wir gemeinsam ein bisschen rumspinnen.
Also kommt vorbei, ab 20 Uhr geht’ die Tür auf.
Hier noch ein paar Links mit Einschätzungen und Überlegungen zum Krieg in der Ukraine.
https://foreignpolicy.com/2022/02/23/united-states-europe-war-russia-ukraine-sleepwalking/
https://de.crimethinc.com/2022/02/15/der-krieg-und-die-anarchistinnen-anti-autoritare-perspektiven-in-der-ukraine
https://de.crimethinc.com/2022/02/22/gegen-annexionen-und-imperiale-aggression-eine-erklarung-russischer-anarchistinnen-gegen-die-russische-aggression-in-der-ukraine
https://lefteast.org/lefteast-condemns-putins-imperial-war-against-ukraine/
In diesem Sinne, “NO WAR BUT CLASSWAR!”