Moin.
Was ist “gut”, was ist “schlecht”? Moral ist verlockend, gerade in Tagen, die so wirr oder von Nebel verhangen sind, dass althergebrachte Wegmarken als Orientierungspunkte ihren Dienst versagen. Umso dringender braucht es Orte, an denen Leute zusammenkommen und sich Quatsch ausdenken, irre und geniale Gedanken austauschen, füreinander da sind, sich auch mal achtarmig einen reinorgeln, aufeinander achtgeben. Eventuell kann das dazu beitragen, eine Annäherung an eine Idee von”richtig” und “falsch” zu versuchen, die aus verschiedenen Blickwinkeln identisch ist. Orte an denen wir wenigstens für Augenblicke das ewige Suchen gegen’s Finden eintauschen.
So ein Ort kann das Café Median sein und in erquicklicher Regelmäßigkeit hat’s sich an den letzten acht bis zwölf Freitagen – neben vielen anderen Tagen – dort sehr schön angefühlt. Das soll so weiter gehen!
Zuletzt wurde auch Kohle gesammelt – einen Abend 200 Mücken für die Unterstützung von Nadiia und Nataliia, die aktuell um ihren Lohn kämpfen, und an einem anderen Abend etwa 100 Kröten für eine Freundin, die aufgrund des Verdienstausfalls in Quarantäne kein Geld mehr hatte. Also, gegenseitige Unterstützung, Solidarität verteidigen, irgendwie was aufbauen, um so ein Leuchtfeuer im Dickicht neoliberaler Vereinzelung zu entzünden. Auch daran soll angeknüpft werden.
Aber das wird nicht ausreichen. Also erwarten euch außerdem hin und wieder Veranstaltungen zum gemeinsamen Lernen, gegenseitigen ermutigen, anstiften und aufrütteln, mit Tips und Tricks gegen Lohnsklaverei und andere Schweinereien, gegen Lethargie und Ohnmacht.
Was muss so ein Ort dürfen, was soll er können, was ist denk- und sagbar, was erwarten von uns, which side are you on? Dancing with myself? Es wird vielleicht ein wilder Ritt, immer auf Messers Schneide, immer auf der Nadelspitze, alles in Frage stellend, ohne auf Antworten hoffen zu dürfen. Da gehören wir hin. Mit dem Kopf durch die Wand.
Kino, Poesie, Kritik, Polemik, Kampf, Punk, Konsum, Pause, Kriminalität. Politik? Alles kann, nichts muss.
Hier werden dann regelmäßig Ankündigungen verlautbart, die euch in einen vermeintlich sicheren Hafen lotsen. Doch seid euch gewiss, es wird nicht immer gemütlich. Neben Rausch und Harmonie erwarten euch verstörende Einblicke, schwindelerregende Perspektiven, waghalsige Blicke noch über den breitesten Tellerrand und in die entlegensten Winkel der Welt.
Vermutlich erscheint hier auf dem Blog schon bald auch der ein oder andere Text – ein launischer Einwurf hier, eine provokante Spitze da, eine demütige Einsicht dort. Mal sehen.
So oder so – hoffentlich bis bald, immer wieder freitags im Café Median.
Immer mit Herz. Manchmal mit Kontext. Irgendwann mit Tanz.
Seid ungezogen und liebevoll. Verschwendet eure Zeit.
Willkommen im Club der Taugenichtse. Ⓐ
PS: Wenn du Lust hast, deine Finger in dieses trübe Wasser zu tunken und mitzumischen, den Raum für eigene Ideen & Inhalte nutzen oder was loswerden willst, sag einfach direkt vor Ort bescheid. <3